SPD und Grüne verhindern modernen Verbrauchermarkt in Ritterhude

Ein Kommentar.

Die Entscheidung im Bauausschuss zur Zukunft des Geländes am Hüderbeek ist ein herber Rückschlag für Ritterhude. Statt mutig nach vorne zu denken und die Chance auf eine moderne und qualitativ hochwertige Nahversorgung zu nutzen, haben SPD, Grüne und die Verwaltung bewusst einen Weg gewählt, der das Projekt faktisch scheitern lässt.

Dabei geht es nicht um ein kleines Detail oder einen formalen Streit. Es geht um die Zukunft eines zentralen Standortes in Ritterhude.

Der politische Trick hinter den 1200m²

Edeka plante einen modernen Verbrauchermarkt mit einer Verkaufsfläche von bis zu 1800m². Ein zeitgemäßes Konzept mit breitem Sortiment inklusive Frischetheken, nachhaltiger Bauweise und echter Aufwertung für das Ortsbild.

Doch die Verwaltung legte eine Vorlage vor, die die Verkaufsfläche auf maximal 1200m² begrenzt. SPD und Grüne stimmten diesem Vorschlag geschlossen zu.

Das Problem dabei: Alle beteiligten Personen aus Politik und Verwaltung wussten längst, dass ein moderner Verbrauchermarkt mit vollständigem Sortiment und Frischetheken auf dieser Fläche wirtschaftlich nicht realisierbar ist. Mit anderen Worten: Die beschlossene Begrenzung bedeutet in Wahrheit das Aus für den Verbrauchermarkt.

Und genau das ist von Rotgrün politisch so gewollt.

Denn statt offen zu sagen: „Wir wollen dort keinen Verbrauchermarkt“, versteckt man sich hinter einer scheinbar kompromissbereiten Lösung – obwohl allen Beteiligten klar sein dürfte, dass diese Vorgabe das Projekt nahezu unmöglich macht.

Team Ritterhude wollte eine echte Lösung

Wir haben statt dessen einen konstruktiven und nachhaltigen Kompromiss vorgeschlagen:

  • Keine starre Begrenzung der Verkaufsfläche oder maximal 1500m²
  • Entwicklung mit Augenmaß und Rücksicht auf die Anwohner
  • Einbeziehung moderner, bereits erfolgreich an anderen Standorten umgesetzter Edeka-Konzeptstores
  • Ökologisch nachhaltige und architektonisch hochwertige Bauweise
  • Aufwertung des heutigen Problemstandortes

Dieser Vorschlag hätte eine Entwicklung ermöglicht, ohne die Interessen der Anwohner zu ignorieren.

Doch SPD und Grüne lehnten auch diesen Weg ab und folgten stattdessen der Linie des SPD-Bürgermeisters Kuck.

Lieber Ruinen als Fortschritt?

Die Konsequenz dieser Entscheidung ist bitter: Die Ruinen und der Stillstand am Hüderbeek werden Ritterhude vermutlich noch viele Jahre begleiten.

Anstatt eine unattraktive Fläche endlich sinnvoll zu entwickeln, wird der Bereich an der B74 weiter dem Verfall überlassen. Das ist weder modern noch verantwortungsvoll.

Für wen arbeitet die Verwaltung eigentlich?

Besonders irritierend ist die Begründung der Verwaltung. Als großes Problem wurden mögliche Umsatzeinbrüche bestehender Unternehmen am Marktplatz genannt – darunter Rewe, Aldi, Schuhmann oder Ernsting’s family. Bis auf wage einstellige Prozentsatz-Aussagen zu den maximal erwartbaren Umsatzrückgängen konnte dieses Argument auch nicht nachhaltig belegt werden.

Natürlich sind funktionierende Geschäfte wichtig für Ritterhude. Aber Aufgabe von Politik und Verwaltung sollte es sein, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt zu stellen – nicht den Schutz einzelner Unternehmensumsätze.

Wettbewerb gehört zu einer lebendigen Gemeinde dazu. Und am Ende profitieren vor allem die Menschen vor Ort.

Ein weiterer Verbrauchermarkt hätte viele Vorteile gebracht

Ein moderner Verbrauchermarkt an der Hüderbeek hätte Ritterhude viele Chancen eröffnet:

  • bessere Nahversorgung für viele Wohngebiete, insbesondere westlich der Bahnlinie
  • kürzere Wege für Familien und ältere Menschen
  • mehr Auswahl und Wettbewerb
  • moderne, nachhaltige Architektur statt Leerstand
  • neue Arbeitsplätze vor Ort
  • Aufwertung eines problematisch zu entwicklenden Geländes
  • zusätzliche Kaufkraftbindung in Ritterhude
  • bessere Versorgung auch für zukünftige Wohnbauentwicklung (Mühlenberg)

All diese Chancen wurden leichtfertig verspielt.

Berichterstattung ausbaufähig

Zusätzlich möchten wir darauf hinweisen, dass die Berichterstattung im Osterholzer Kreisblatt (externer Link) den tatsächlichen Sitzungsverlauf aus unserer Sicht nicht vollständig dargestellt hat.

Insbesondere die Argumente und der Kompromissvorschlag von Team Ritterhude fanden nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten. Leider ist es bisher nicht möglich Sitzungen aufzuzeichnen oder ins Netz zu streamen. Um in Zukunft mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung bieten zu können, werden wir uns dafür einsetzen.

Ritterhude braucht Mut statt Verhinderungspolitik

Team Ritterhude steht für eine Politik, die Chancen erkennt und gestaltet – statt Projekte hinter verschlossenen Türen scheitern zu lassen.

Wir wollen ein modernes, lebenswertes Ritterhude mit echter Bürgerorientierung, wirtschaftlicher Entwicklung und mutigen Entscheidungen.

Die Menschen in Ritterhude verdienen Ehrlichkeit. Und sie verdienen eine Politik, die Zukunft möglich macht – statt sie auszubremsen.

7 Kommentare
  1. Avatar von Bürger
    Bürger

    In Ritterhude gibt es bereits ein sehr vielfältiges Angebot an Supermärkten. Im Ort Rewe, Nahkauf, Aldi und Lidl. In Marssel ist bereits ein Edeka und an der B74 liegen in beide Richtungen nur wenige km entfernt Kaufland und Netto. Ich weiß wirklich nicht, was da ein weiterer Markt nutzen soll, zumal der Bedarf in Zukunft deutlich sinken wird, da mehr und mehr Mitbürger auf Onlineleferdienste wie Picnic umsteigen. Hier wurde also eher eine sinnlose Investitionsruine verhindert.

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Natürlich gibt es hier vor Ort bereits ein paar Supermärkte. Allerdings befinden sich viele der bestehenden Angebote schwerpunktmäßig in Alt-Ritterhude jenseits der Bahnlinie, während andere von Ihnen genannte Märkte für viele Bürgerinnen und Bürger eben nicht „nah bei“ liegen.

      Auch neue Liefer-Angebote sehen wir nicht als Gegensatz zu stationären Märkten. Viele Menschen nutzen heute bewusst einen Mix aus unterschiedlichen Einkaufsformen – mal den Einkauf vor Ort, mal Lieferdienste. Genau diese Wahlfreiheit gehört aus unserer Sicht zu einer modernen und zukunftsfähigen Nahversorgung dazu.

      Wir haben in dem Vorhaben daher eine gute Chance gesehen, die Versorgung langfristig ausgewogener aufzustellen, Kaufkraft stärker in Ritterhude zu halten und die Gemeinde zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Genau darüber sollte aus unserer Sicht auch weiterhin offen diskutiert werden.

  2. Avatar von Petra Engel
    Petra Engel

    Wir haben genug Einkaufsmöglichkeiten in Ritterhude, Punkt.

  3. Avatar von Bernd Sudau
    Bernd Sudau

    Überlassen Sie doch einfach den Verbrauchern die Entscheidung. Das Risiko trägt in einer freien Marktwirtschaft der Verkäufer (Edeka). Eingriffe des Staates/der Verwaltung stärken nicht den Wettbewerb, der den Verbrauchern nützt, sondern hebeln ihn aus.

    1. Danke für Ihren Kommentar, Herr Sudau. Genau so sehen wir das auch.

  4. Avatar von Detlef Schneider
    Detlef Schneider

    Zur Erinnerung!!

    Zu diesem Thema haben wir mit unserem Leserbrief bereits im August 2024 Stellung bezogen. Eine Reaktion von der Verwaltung noch den politisch Verantwortlichen war nicht erkennbar. Im Gegenteil, sie war nicht gewünscht!

    Leserbrief zum Artikel
    „Kurzer Weg zum Vollsortiment“ Von Christa Neckermann

    OSREHOLZER KREISBLATT Lokales
    Ausgabe Sonnabend/Sonntag 24./25. August 2024
    ——————————————————————————

    Endlich könnte man sagen:
    Ritterhude hat mit dem „neuen“ NAHKAUF endlich einen Vollsortimenter, der eine Versorgungslücke in der Ritterhuder Ortsmitte schließt!???
    Weiter heißt es in dem Artikel, dass es wieder einen Bäcker mit einem gemütlich ausgestatteten Café gibt und (was augenscheinlich nicht erwähnenswert war) einen Fleischer.
    Warum wird solch eine Aussage formuliert, wohlwissend, dass auf dem Ritterhuder Marktplatz bereits REWE als Vollsortimenter seinen Geschäften nachgeht!
    Vergleicht man die Artikel, lässt sich sehr schnell feststellen, dass NAHKAUF und REWE miteinander verquickt sind.
    Wegezeiten NAHKAUF REWE:
    Auto: 2 min / Fahrrad 3 min / Fußgänger 7 min.

    Was uns umtreibt ist die Unterversorgung der Bürger außerhalb des Ortskernes. beidseitig der B74, die ihren Höhepunkt mit der Verlagerung des Fleischerfachgeschäftes erreicht hat.
    Der noch an der B74 befindliche Edeka Verbrauchermarkt Nah&Gut wurde dadurch erheblich geschwächt. Nah&Gut ist trotz seiner engen Räumlichkeit bestrebt, die Bedarfe der Einwohner so gut wie möglich zu erfüllen. Allerdings ist er kein Vollsortimenter, strebt aber eine entsprechende Erweiterung seiner Verkaufsflächen und somit seiner Angebote an.
    Soll auf diese Weise ein unliebsamer Edeka Vollsortimenter verhindert werden? Nach unserem Kenntnisstand gibt es im Bereich Hüderbeek seit langem den Wunsch (lange vor der Niederlassung des NAHKAUF) einen Edeka Vollsortimenter zu errichten.
    Leider haben bisher die verantwortlichen Gremien und Personen diese Planungen zum Nachteil der Verbraucher/Bürger verhindert.

    Warum? Was geht hier vor?

    Detlef und Birgit Schneider, Ritterhude

    Anmerkung:
    Was dieses Thema angeht, sind wir sehr nah bei EUCH.
    Im Übrigen werden wir euer Wirken im Gemeinderat mit Neugier aber kritisch begleiten.

  5. Ich bin ebenfalls gegen einen weiteren Verbrauchermarkt. Und die Lage in unmittelbarer Nähe einer stark befahrenen Kreuzung macht die Lage nicht besser.
    Wohnraum brauchen wir! Auch da gibt es Konzepte, wie lärmschutzarm gebaut werden kann

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